Polen: Das Wild gehört dem Staatsschatz
Freilebendes jagdbares Wild ist ein Gut der ganzen Nation und Eigentum des Staatsschatzes.
Das polnische Gesetz vom 13. Oktober 1995, das Prawo łowieckie, bestimmt zuerst seinen Gegenstand: Das łowiectwo bezeichnet als Element des Umweltschutzes den Schutz der jagdbaren Tiere und die Bewirtschaftung ihrer Bestände im Einklang mit den Grundsätzen der Ökologie sowie mit jenen einer rationellen Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft. Artikel 2 stellt danach eine Eigentumsregel auf, die Polen deutlich von seinen westlichen Nachbarn abhebt: Freilebendes jagdbares Wild ist als Gut der ganzen Nation Eigentum des Staatsschatzes. Das Jagdrecht ist dort also kein Ausfluss des Grundeigentums. Artikel 3 zählt die Ziele auf: Schutz, Erhaltung der Vielfalt und Bewirtschaftung der Bestände jagdbarer Tiere; Schutz und Gestaltung der natürlichen Umwelt zur Verbesserung der Lebensbedingungen des Wildes; Erreichen einer möglichst guten körperlichen Verfassung der einzelnen Tiere, der Trophäenqualität und einer angemessenen Bestandesgrösse je Art.